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SAFe mal ganz einfach

Das Scaled Agile Framework (SAFe) wird häufig gleichgesetzt mit dem Big Picture mit seinen vielen Elementen. Was sind aber davon die wichtigsten Elemente?

Hierfür wurde das Essential SAFe definiert, jetzt mit dem SAFe 4.5 Launch die  Konfiguration „ESSENTIAL SAFe“.

Mir sind die Themen rund um Werte und Prinzipien in SAFe wichtig, da diese die Grundlage für erfolgreiche Implementierungen darstellen. Was aber, wenn man sich auf die wichtigsten „mechanischen“ Elemente beschränken möchte?

Hier ein Video mit dem Versuch einer Erklärung (noch in SAFe 4.0 Nomenklatur).

Zweiter Teil dreht sich um eine SAFe Konfiguration die wir von KEGON zusammen mit Seibert-Media entwickelt haben.

 

Impediment as cow on the track

Unterhaltsame Session von Sarah Scott (Northwestern Mutual) auf dem diesjährigen SAFe Summit in dem sie ihre SAFe Implementierung vorstellt.

Besonders die Visualisierung von Impediments in Form von Kühen hat zum Schmunzeln angeregt, obwohl dahinter eine richtige Geschichte steckt:

https://twitter.com/AgileRescue/status/791322367159074816

Und dazu passend das „Cow Board“ mit dem visualisiert wird wie der Status der verschiedenen Agile Release Trains (ART) ist:

  • Ready for SAFe
  • Vorbereitung
  • erstes PI Planning
  • Weitere Betreuung / Professionalisierung
  • weitere PIPs
  • Reduktion des Coachings..

 

SAFe Cow Board
SAFe Cow Board

Natürlich inklusive Cow Impediments :-)

 

 

Eine Einführung in das Scaled Agile Framework (SAFe) und das Problem dabei genügend Luft zu bekommen…

Beginnt man sich mit dem Scaled Agile Framework (SAFe) zu beschäftigen und sucht eine Kurzeinführung SAFe, dann fällt der Blick zuerst auf das sogenannte „Big Picture“ welches die Startseite von http://www.scaledagileframework.com dominiert.

Hat man bisher bereits Erfahrungen mit agilen Teams gesammelt und ist stets dem Agilen Prinzip

Simplicity–the art of maximizing the amount of work not done–is essential. (http://agilemanifesto.org/principles.html)

gefolgt, dann kommt es häufig zu einer Gegenreaktion im Sinne von „DAS kann doch nicht agil sein!“.

Es gibt nun diverse kurze Einführungen in SAFe die hauptsächliche auf die Elemente, Struktur und Abläufe fokussieren, wie sie im Big Picture abgebildet sind.Sehr schön ist beispielsweise das SAFe 4-0 in 5 Minuten Video von Inbar Oren:

Diese Darstellungen sind sehr nützlich, um einige wichtige Praktiken und Mechanismen zu verstehen. SAFe alleine auf die konkreten Praktiken zu reduzieren ist allerdings weniger hilfreich, weil diese recht konkret sind und sicherlich nicht in jedem Kontext passend.

Mein Ansatz in Trainings zum Scaled Agile Framework ist deshalb, relativ viel Zeit mit Themen wie

zu verbringen. Gerne wedel ich dabei auch mit den Büchern von Donald Reinertsen (Flow) und Kotter (Change Management) herum.

Dies sind Grundlagen, die sicherlich nicht direkt die konkreten und aktuellen Probleme der Teilnehmer adressieren. Sie müssen jedoch verstanden sein, damit SAFe im eigenen Kontext richtig interpretiert und adaptiert werden kann.

Vor ein paar Tagen durfte ich nun sehr kurzfristig für meinen Kollegen Thorsten Janning, dem ersten deutschen SPCT, kurzfristig einspringen, um eine Kurzeinführung SAFe beim Agile Roundtable Rhein-Main zu geben.

Was tun, wenn keine Zeit für eine intensive Vorbereitung da ist? Klar, man nimmt sich eine der Standardpräsentationen und eine gehörige Portion Improvisation dazu. Meine Wahl fiel auf die „SAFe in 8 Pictures“ Präsentation, wie sie über die ScaledAgileFramework.com Seite verfügbar ist (http://www.scaledagileframework.com/videos-and-presentations/).

safe8picturestalk1

 

Schön, ich habe ca. 45 Minuten Zeit und kann einen komprimierten Überblick über SAFe geben. Da Prinzipien, Werte und das House of Lean nicht Teil dieser Präsentation ist, kommen diese Dinge auf ein Flip und ich erkläre (leider nur) kurz etwas dazu.

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Es gab nur einen kleinen Schönheitsfehler bei diesem Plan – statt der erhofften 45 Minuten gabs für alles zusammen nur einen Slot von 20 Minuten.

Sehr schön, vor allem wenn man bedenkt, dass ein beliebtes Feedback für die zweitägigen Trainings ist, dass diese mindestens drei Tage lang dauern sollten :-)

Egal, nicht erschrecken lassen sondern Gas geben und noch ein bisschen Humor einstreuen, u.a. die Frage wer denn diesen Satz lesen kann:

safe8picturestalk3

Eine kurze Summar im Sinne von „Hey, da gibts auch noch etwas reduziertes“ mit dem Hinweis auf das Essential SAFe gabs am Schluss auch noch …

Für mich waren die 20 Minuten (die ich recht gut einhalten konnte) ein spannender, schneller Sprint mit der zentralen Frage: „Hole ich Luft oder geht noch ein weiterer Satz?“. Die Antwort war zumindest zwei mal ein lautes Luftholen :-). Na, da steckt doch noch ein bisschen Energie in den alten Knochen …

Da ich früher gehen musste, konnte ich die versprochenen Zertifikate „I survived the SAFe speed run“ doch nicht an die Teilnehmer verteilen – vielleicht das nächste Mal :-).

 

Weiteres Video zur SAFe Implementierung bei LEGO

In dem Video „Is SAFe Evil?“ (letzter Beitrag) wurde bereits darauf eingegangen, wie das Scaled Agile Framework als Startpunkt für die „Scaled Agile Implementierung“ bei LEGO® genutzt wurde.

Auf der Lean Kanban Europe 2015 gab es nun einen weiteren Vortrag hierzu.

Das Video ist via vimeo verfügbar:

Learnings from SAFe @ Lego – Mattias Skarin & Eik Thyrsted Brandsgård at LKCE15 from Lean Kanban Central Europe on Vimeo.

Wichtige Punkte:

  • Impressionen zum Release Planning Event (16:00) – hier kann man richtig Spaß haben!
  • Was machen wir eigentlich mit SAFe? Das gleiche wie im Kindergarten (17:50) :-)
  • Schöne Visualisierungen, welche Prinzipien hinter SAFe stecken. Es ist eben nicht das „Big Picture“ sondern diese Prinzipien, die die Basis für eine Scaled Agile Implementierung sind.
  • Generell „play it unsafe“ – bewusst Dinge anders tun als in SAFe beschrieben. Hier heißt es keine Angst vor Experimenten! Sich dumpf an die Vorgaben zu halten ist langfristig nicht sinnvoll (als Startpunkt aber ok).
  • Algorithmus, um zu entscheiden was beibehalten und was wegfallen sollte:
    • die Elemente die Energie erzeugen – behalten
    • die Elemente die dazu führen, dass alle einschlafen – entfernen

Das Video enthält viele Ideen, wie das SAFe Release Planning Event adaptiert werden kann. Die eine oder andere Idee eignet sich dafür, sie direkt in der eigenen Scaled Agile Implementierung auszuprobieren.

Die Slides zu dem Vortrag sind via einem Blog Artikel bei Crisp verfügbar.

Ich halte die Impressionen von der SAFe Implementierung bei LEGO für sehr erfrischend. Hier in Deutschland neigen wir – gerade bei großen Organisationen – dazu, uns zu ernst zu nehmen und in Details zu verlieren. Es geht nicht darum, stumpf Backlogs abzuarbeiten, sondern wir sollten auch gemeinsam Spaß haben und eine Vision teilen.

Zudem ist es wichtig zu verstehen, dass SAFe lediglich der Startpunkt für die eigene Scaled Agile Implementierung („Land of Awesome“) ist. Dies versuche ich bei meinen „SAFe“ Implementierungsprojekten stets zu vermitteln. Je größer die Unternehmen, umso weiter jedoch der Weg zur Erkenntnis, dass sich Innovationen nicht standardisieren lassen.

 

 

Is SAFe evil? The answer …

Is SAFe evil?

Die Frage, ob das Scaled Agile Framework ein nützliches oder eher schädliches Hilfsmittel für die Skalierung von Agilität im Unternehmenskontext darstellt spaltet die agile Community seit mehreren Jahren.

Sehr erfrischend ist ein neues Video in dem die aktuellen Ansätze für die Skalierung von Agilität bei LEGO erläutert werden. Sehr schön auch der Einstieg, d.h. die „erste Präsentation“ ;-).

 

Henrik Kniberg erklärt die wichtigsten Konzepte aus SAFe

  • „SAFe = Shu-level scaling“, danach anpassen
  • momentan wird (bei LEGO) nach SAFe gearbeitet, in einem Jahr wird dies wohl anders aussehen. Mit dem SAFe Framework hat die Reise lediglich begonnen.

Lars Roost erklärt, wie diese bei LEGO eingesetzt werden – schöne Impressionen

  • Release Planning @ LEGO

Grundlegendes

  • Wichtige ist eine Grundhaltung: Es gibt viele Quellen der Inspiration: Nutze sie alle: NEXUS, LeSS, SAFe, DAD und viele, viele weitere …
  • Auch ohne SAFe muss man sich immer um die Portfolio- und die Team-Ebene kümmern.
  • Mehrwert im SAFe vor allem der „SAFe Program Level“, da dadurch Portfolio-Management und die agile Teams verunden werden. Hierbei spielt der Release Train Engineer („Chief Scrum Master“) eine sehr wichtige Rolle.
  • Gestaltet man diese teamübegreifende Ebene gut, dann wird die Vorhersehbarkeit verbessert (Mittelfristplanung).
  • SAFe macht wie Scrum bestimmte Probleme sichtbarer, was nicht bedeutet, dass diese automatisch gelöst werden.

Scaled Agile Framework- Chancen und Risiken 

  • LIKE
    • Einiges rund um das Release Planning: Die Energie, Release Planning als Social Event, Visualisierung (Transparenz!) über das Dependency Board und das Risk Board
  • BEWARE
    • SAFe – nicht alles auf einmal!
    • Nicht auf dem Shu-Level bleiben sondern Strukturen und Regeln anpassen
    • Queues & Batches – aufpassen, dass die Arbeit fließt und nicht gewartet wird
    • Mount Stupid – Hype & Anti-Hype
  • Warpup
    • SAFe als Hilfsmittel
    • SAFe basiert auf Lean & Agile Prinzipien
    • SAFe = Shu-level Skalierung
    • SAFe can be useful, wenn Teams voneinander abhängig sind
    • Nicht auf Shu-Level bleiben – viel experimentieren

 

Interessantes am Rande: Noch Ende 2014 war man bei CRISP viel kritischer eingestellt. So ändern sich die Zeiten bzw. die Einstellung, wenn man sich intensiv mit einem Thema beschäftigt.

Die Slides sind via einem Blog-Artikel bei Crisp abrufbar.